TSA Sterkrade gewinnt Dompokal

Junge Sterkrader Unterwasserrugbymannschaft triumphiert im Kölner Traditionsturnier

In sechs Spielen im Schwimmleistungszentrum Köln siegte Sterkrade sechsmal und hielt am Ende verdient den Pokal in die Höhe. In einem der größten Unterwasserrugbybecken in Deutschland (20 m breit, 5 m tief) dürfen nur 2. Ligamannschaften verstärkt um maximal drei Bundesligaspieler antreten. Dieser Modus macht aus dem Turnier eine "Wundertüte", dann man nie weiß, wie sich die einzelnen Mannschaften verstärkt haben. Am Ende setzte sich die von Carsten Köster zusammengesetzte Mischung aus Alt (Breitenbruch, Köster, Ratering-Schnitzler, Reiter, Zmavc) und Jung (A. Haack, Haberstroh, D. Kreißig, Marciniak, Nierhaus, Pieper, Schluchter, Schnitzler, Scholz) verdient durch.

Zum Auftakt ginge es gegen die erfahrene Mannschaft des SV Rheine. Sterkrade begann nervös und geriet prompt mit 1-0 in Rückstand. Nach dem Treffer legten die Sterkrader ihre Nervosität jedoch ab und Phillipp Scholz gelang folgerichtig der Ausgleich zum 1-1. Bei diesem Spielstand gelangte Torfrau Annalena Haack unbedrängt vor den Rheiner Korb. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob Rheine die 15jährige nicht so ganz ernst nehmen würde, denn die Reihnenser Verteidigung ließ Haack mit ihrem Torwart alleine. Ein grober Fehler: Nach mustergültigem Zuspiel von Yannick Pieper gelang es Haack den Ball am gegnerischen Torwart vorbei in den Korb zu schmuggeln: 2-1 Sterkrade. Die erste Hürde war genommen.

Im nächsten Spiel wartet der Nord-Vertreter Bielefeld, der hoch eingeschätzt wurde. Durch jeweils zwei Treffer von Kevin Haberstroh und Julian Nierhaus siegte Sterkrade verdient 4-0, wobei besonders das 3-0 von Nierhaus erwähnenswert ist: Nierhaus tauchte in 5m Tiefe einen Konter über die gesamte Beckenbreite von 20 m und traf vor dem Bielefelder Korb auf einen Torwart, der erneut den Fehler beging, einen 15jährigen zu unterschätzen. Nachdem Treffer und dem Sieg war allen im Müngersdorfer Leistungszentrum klar: Die Sterkrader Jungspunde waren nicht nur zum Spielen in die Domstadt gekommen. Sie waren gekommen, um zu gewinnen.

Im dritten Vorrundenspiel wartet mit dem SV Langenfeld erneut eine erfahrene 2. Liga Truppe. Sterkrade spielte clever und mit viel Ballbesitz in der geschlossenen Ecke der Langenfelder. Das 1-0 durch Fredo Zmavc zur Mitte der Spielzeit markierte den Endstand und machte deutlich das die alten Hasen den Jungruppern in nichts nachstanden. Hier spielte eine Mannschaft.

Vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Ausrichter DUC Köln stand Sterkrade als Gruppensieger der Gruppe B bereits sicher im Halbfinale, Köln jedoch brauchte einen Sieg um an dem SV Rheine vorbei auf Platz 3 vorzustoßen, um so die Trostrunden zu umgehen. Entsprechen aggressiv ging Köln ins Spiel und früh 1-0 in Führung. Der Ausgleich durch David Kreißig erfolgte jedoch prompt. Köln ließ nicht locker und wiederholte die Fehler der anderen Mannschaften nicht: Sie nahmen Sterkrade ernst und unterschätzen keinen. Konzentriert attackierte Köln das Sterkrader Tor und ging erneut mit 2-1 in Führung. Sterkrade antwortete auf den erneuten Rückstand als Mannschaft: Ein Klammerball von Scholz in der Beckenmitte bewies die ganze Qualität des Sterkrader Spiels. Aus der Klammer nach unten auf Gregor Reiter gepasst, schnelles Abspiel von diesem auf Kreißig, der weiter an Haberstroh, der am Torwart ruckelte, um dann einen kurzer Pass auf den ebenfalls abgetauchten Pieper zu spielen: 2-2. Den Schlusspunkt leitete ein ganz alter Sterkrader Hase ein: Köster erobert unter dem eigenen Korb den Ball, löste sich geschickt vom Gegner und spielte einen Pass auf Kreißig. Gegen den schnellen Kreißig hatte Köln beim Tauchsprint eindeutig das Nachsehen: 3-2. In den letzten Sekunden des Spiels sorgte ein unbedachter Wechsel von Reiter auf Nele Schluchter noch einmal für Aufregung vor dem Sterkrader Korb. Schluchter bügelte den Fehler von Reiter jedoch aus, tauchte nach der Einwechselung direkt in die Verteidigung ab, fischte dem angreifenden Kölner den Ball weg und sicherte so den Sieg. Sterkrade zog als ungeschlagener Gruppenerster in das Halbfinale ein.

Dort wartete Ligakonkurrent ATC Aachen, der in der abgelaufenen Saison einen kappen zweiten Platz hinter Sterkrade belegt hatte. Die beiden Mannschaften zeigten in ihrem Halbfinale das wohl beste Spiel des Turniers:

Die 1-0 Führung der Aachener konterte Kreißig umgehend. Der Aachener Torwart hatte sich beim Sterkrader Angriff im Tor verkeilt: Strafwurf und Ausgleich. 4 Minuten vor Schluss waren es die alten Hasen, die den Aachener durch einen kapitalen Fehler die Führung zum 2-1 ermöglichten. Ein Treffer auf das leere Tor der Sterkrader. Die Ehre gebot es, dass die Alten ihren Fehler wieder gut machten. 30 Sekunden vor Schluss wechselte Georg Breitenbruch auf Köster, dieser schnappte sich im Mittelfeld den Ball und tankte sich durch die Aachner Verteidigung, dass einem angst und bange um diese wurde. 4 Sekunden vor Schluss riss Köster den Torwart vom Korb und drückte den Ball zum 2-2 Ausgleich in das Gehäuse. Der erste Finalteilnehmer musste somit im Strafwurfwerfen ermittelt werden, wobei im Modus 1-1 geworfen wurde. Haberstroh versenkte den ersten Strafwurf zum 3-2 für Sterkrade. Aachen konterte mit dem 3-3 gegen Tormann Kreißig. Scholz als nächster Schütze für Sterkrade wurde gefoult und der Aachner Torwart bekam eine Zeitstrafe. Den wiederholten Strafwurf verwandelte Kreißig sicher: 4-3 Sterkrade. Allerdings erhielt dann auch Haberstroh als Tormann eine Zeitstrafe, da er seinen 2 m Torraum beim anschließenden Strafwurf verließ. Den Wiederholungsstrafwurf verwandelte Aachen zum 4-4. Als nächster trat Breitenbruch an und legte den Ball zum 5-4 in den Aachener Korb. Nun lag es an Tormann David Kreißig Sterkrade in das Finale zu bringen. Kreißig erwies sich, wie auch im Ligaspiel, wo er zwei Strafwürfe gegen Aachen gehalten hatte, erneut als Nemesis der Öcher Otter. Er hielt und schickte seine Mannschaft nach einem wahren Halbfinal-Krimi ins Finale.

Dort kam es zur Neuauflage des Vorrundenspiels gegen den SV Langenfeld. Das Finale konnte es jedoch weder an spielerischer Qualität, noch an Spannung mit dem Halbfinale aufnehmen. Sterkrade gelang es, sein Spiel in der geschlossenen Ecke des Gegners aufzuziehen. Der Ball wurde sicher hin und her gepasst und der Gegner zum dauernden Auf- und Abtauchen gezwungen, was zwangsläufig zu einem Fehler führen musste. Direkt den ersten nutzte Breitenbruch zum 1-0. Trotz verbleibender sieben Minuten auf der Uhr, blieben die Langenfelder Angriffe verhalten und Sterkrade kontrollierte Ball, Gegner und Uhr. Ein letztes Langenfelder Aufbäumen mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr war die größte Gefahr für den Turniersieg, lief sich jedoch in der Sterkrader Verteidigung fest.

Durch den Sterkrader Siege wird der Dompokal auch ein weiters Jahr im Ruhrgebiet zu Hause sein. Bei der Siegerehrung wurde er feierlich von Titelverteidiger DUC Bottrop an die TSA Sterkrade übergeben. Auf der anschließenden Party feierten Sieger und Besiegte bis tief in die Nacht in der im Unterwasserrugby einmaligen Verbundenheit der Spieler über die Mannschaftsgrenzen hinweg.

TSA Sterkrade: Köster (1), D. Kreißig (3), Zmavc (1), Schluchter, Reiter, A. Haack (1), Marciniak, Schnitzler, Nierhaus (2), Haberstroh (2), Breitenbruch (1), Ratering-Schnitzler, Pieper (1), Scholz (1)