Ausbildung 2/3 Stern 2005

Erlebnis ** / ***-Ausbildung 2005

Der Atem stieg in seichten Nebelschwaden auf. Körper zitterten in ihrer dicken Kleidung. Aus den Blicken in den vor Kälte erblassten Gesichtern war eines deutlich zu erkennen. Sie verrieten Sehnsucht. Sehnsucht nach Wärme. Nein! Dies ist nicht der Anfang eines Erlebnisberichtes einer Antarktisexpedition des TC69 mit anschließendem Eistauchen, sondern ein Erlebnisbericht von der Silber/Gold Theorieausbildung in unserem Vereinsheim im Januar 2005. Und es war im wahrsten Sinne ein Erlebnis an das ich noch lange Zeit denken werde.

Zu erst mal ein Lob an alle Referenten für die prima Vermittlung des theoretischen Lehrinhalts. Die Referate waren interessant gestaltet, sachlich und wurden mit einer Portion Humor, der nicht an der Wichtigkeit der Themen zweifeln ließ, verständlich vorgetragen. Auch für das leibliche Wohl war wieder mal bestens gesorgt. Ich bemerke dass Dieter wohl auch ein kleiner kulinarischer Genießer ist, denn er ist bemüht, dass es seinen "Gästen" an nicht mangelt. Es war rundherum eine gelungene Veranstaltung, wenn..... Wenn nicht die Heizung ausgefallen wäre.

Glück hatte derjenige, der in der warmen Abluft des Beamers saß. Ihm waren neidvolle Blicke aus vor Kälte erbleichten Gesichtern gewiss. Die Hände erwärmten wir uns an den heißen Kaffeetassen. Solange sie heiß waren. Ich vermisste bei den Lehrinhalten das Thema "Unterkühlung bei der theoretischen Tauchausbildung und ihre gesundheitlichen Folgen". Saßen wir doch am ersten Tag für etwa 8 Stunden bei ca.10°C Raumtemperatur und folgten den Referaten. Dank der Heizung aus Fleisch und Blut (jeder Mensch hat die Heizleistung von 200 Watt) und den vielen brennenden Teelichtern hatten wir ja immerhin 10°C Raumtemperatur. "Es hätte uns auch schlimmer treffen können", sprach ich mir Mut zu und zitterte weiter mit vor Kälte schmerzenden Füßen vor mich hin.

Den Vortag noch gut in böser Erinnerung und ganz pfiffig, trat ich den nächsten Tag bewaffnet mit einer Kabeltrommel, Heizstrahler und isolierender Notfalldecke aus meinem Verbandskasten an. Bekleidet war ich mit Thermohose, Wollmütze und mehreren dicken Pullovern und Jacken.
Wohl eingeschüchtert von meinem "Waffenarsenal" heizte die Heizung an diesem Tag munter vor sich hin, bis..... bis sie gegen Mittag wieder auf "Störung" ging und sich auch von wilden Flüchen nicht in Gang setzen lies. Die Temperaturen im Bunker fielen bei 2°C Außentemperaturen recht schnell. Dank meines Heizlüfters konnten herzzerreißende Szenen des Vortages vermieden werden. Die Temperatur blieb Dank des kleinen Stromfressers konstant.

Das Wochenende blieb dann -und nicht nur für mich- nicht ohne Folgen. Neben den vielen interessanten Informationen aus den Bereichen Medizin, Ausrüstung, Gase und vielem mehr nahm ich eine leichte Unterkühlung mit nach Hause. Ich musste anschließend stark erkältet und fiebrig für mehrere Tage das Bett hüten. Das habe ich ja noch verkraften können. Aber für mich, der sich auf den Rosenmontagszug in seiner Heimatstadt freut, am Rosenmontag krank im Bett zu liegen, anstatt ausgelassen zu feiern grenzt schon fast an Masochismus.

Mittlerweile habe ich meine Gesundheit mit heißem Holundersaft und anderen wohltuenden Pflanzen wieder hergestellt und freue mich auf den Wiederholungslehrgang am 12. Februar. Diesmal aber in Survivel Kleidung nordamerikanischer Trapper.

Da ich aber ein durchaus positiv eingestellter Mensch bin und auch immer positive Dinge aus Erlebnissen herausziehe, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die defekte Heizung auch etwas gutes hat. An unseren Clubabenden am Mittwoch sind die Ventilatoren ausgeschaltet und die Türen geschlossen um die Kälte nicht hinein zu lassen. Raucher (bin auch einer) schwängern die Luft mit Zigarettenqualm. Nun, merkt ihr worauf ich hinaus möchte? GASINTOXIKATION! Ein prüfungsrelevantes Thema! Bei uns im Bunker lassen sich die ersten Symptome an menschlichen Versuchsreihen praktisch erforschen. Welcher Tauchverein hat das zu bieten? Übelkeit und leichte Kopfschmerzen sind die ersten Symptome.

Wenn ihr euch von der Erkältung erholt habt, kommt vorbei und probiert es selber aus, denn besonders bei Menschen mit Erkältungen wirkt das besonders gut. Diese praktische Erfahrungsmöglichkeit wird aber nur bei einer defekten Heizung in unserem Vereinsheim angeboten. Oder sollte die Heizung doch noch vor dem ersten Kirschblühen funktionieren? Ich habe noch Hoffnung. Ich bin aber auch erst seit gut einem halben Jahr Mitglied im TC69.

Fazit: Die Referenten haben ihr bestes getan. Die beiden Tage waren gut organisiert. Die Referate waren sehr gut vorbereitet und wurden verständlich vermittelt. Trotz des eisigen Klimas in den Vereinsräumen war es eine rundherum gelungene Veranstaltung. Die defekte Heizung ist nicht der Ausbildungsabteilung anzulasten. Die Gründe dafür liegen eindeutig woanders und jedem sind diese bekannt. Wenn ich an die Prüfung am 27. Februar denke fange ich an zu zittern. Aus Angst vor den Prüfungsfragen oder in Gedenken an die kalten Tage im Bunker? Wer weiß. Alles wir gut In diesem Sinne Christian Laux

Christian Laux

Aktionstag 2005

Erlebnissbericht vom Aktionstag Vereinssee am 13. Febr. 2005

Den Kopf noch voll mit Themen wie Barotrauma III invers, upstream und der Dekotabelle legten 6 Vereinsmitglieder eine schöpferische Pause vom Büffeln für die Silber/Gold Prüfung ein und versammelten sich gut gelaunt am Vereinsgewässer. Wir hatten uns auch diesmal wieder sehr viel vorgenommen. Wir wollten es uns ein wenig gemütlicher am See gestalten. Ich hatte erst wegen dem schlechten Wetter bedenken aber Petrus hatte Mitleid mit uns und schenkte für 4 Stunden Sonnenschein. Michael Gresshof hatte eine massive Bank, Stühle und einen Tisch aus Holz besorgt. Ulrich Freyt hatte dies alles am Samstag mit seinem Anhänger zum See gefahren. Einen besonderen Dank an die beiden.

Wir ebneten mit Spaten eine Fläche für unser neues Mobiliar um es unten am See aufzustellen. Befestigten es mit Ankern die Jörg Markovic besorgte damit sich auch unsere schwergewichtigen Mitglieder darauf sicher niederlassen können (Spaß muss sein). In der Zwischenzeit sammelten andere den noch vorhandenen Abfall auf unserem Gelände auf. Ich wunder mich immer, wo das ganze Zeugs her kommt. Wir fanden alte Gartenmöbel, einen Grill, einen Ölkanister und noch weiteres Kleinzeug, Einzelheiten möchte ich hier verschweigen sonst dreht sich dem Leser der Magen um, mit dem wir dann noch sechs Abfallsäcke füllten. Nun ist unser Gelände restlos vom Abfall befreit und nachdem die rasselnde Kettensäge die Runde machte, sah das Gelände am See recht ordentlich aus. Mit den Holzabschnitten häuften wir, die letzten Kräfte mobilisiert, die bereits vorhandenen Barrieren weiter fast undurchdringlich auf. Ein von uns aufgestelltes Schild welches umgestoßen war, betonierten wir wiederum ein und auch der vorhandene Abfallbehälter wurde entfernt. Die Möbel haben zwar ergonomisch nicht die richtige Position für mich aber ich bin ja auch nicht Maß aller Dinge (Grins).

Fazit: Wir waren sehr fleißig, haben das geschafft was wir schaffen wollte und hatten wieder mal eine Menge Spaß bei der "Arbeit". Ist es doch für den Verein und mögen sich andere und auch wir uns daran erfreuen. Ich bedanke mich recht herzlich bei denen die mitgemacht haben. Ich sehe immer wieder neue Gesichter dabei und finde es toll.

Mit einem freundlichen Flossenschlag
Christian Laux