Krake Apolonia überholt die Göttin Concordia

  • Oberhausener Künstler Jörg Mazur hat einen Oktopus aus Stahl geschaffen 
  • Tauchsportler der TSA Sterkrade freuen sich über das Kunstwerk am Kanal 
  • „Polly“ könnte Maskottchen der Junioren-WM im Unterwasser-Rugby werden

 
Concordia lässt noch auf sich warten, aber Apolonia ist schon da: Die Tauchsportabteilung (TSA) im Turnclub Sterkrade 1869 freut sich, die erste im Stadtgebiet fest installierte Skulptur des Oberhausener Künstlers Jörg Mazur (48) ihr Eigen nennen zu können. Seit Kurzem steht die Plastik auf dem Vorplatz des TSAVereinsheims am Rhein-Herne-Kanal in direkter Nachbarschaft zum Stadion Niederrhein. Die stählerne Apolonia ist ein Krake, der auf einem steinernen Sockel tänzelt und bereits liebevoll auf den Spitznamen „Polly“ getauft wurde.
 
Der freischaffende Bildhauer Mazur hat schon mit mehreren Kunstwerken auf sich aufmerksam gemacht, so mit der Skulpturen-Installation „Delphinidae Delphinoidae“ 1998 im Gasometer oder 2015 mit der Büste „Rhineheart“ zur Erinnerung an die Odyssee eines Weißwals in den 1960er Jahren im Rhein. In Oberhausen hat besonders die 2011 entstandene Bronzestatue der Concordia, die als „Göttin der Eintracht“ zukünftig im Kreisverkehr am Concordia-Haus stehen soll, wegen ihrer drallen Nacktheit für ausladende Diskussionen gesorgt.
 
Von der Idee bis zur Realisierung in nur drei Monaten

Während die tänzelnde Concordia trotz eines entsprechenden Ratsbeschlusses zur Umsetzung im Zuge des „Brückenschlag“-Projektes zwischen Innenstadt und Lirich vorerst noch nicht im Kreisel an die Zeche Concordia erinnert, hat der mit Sockel gut 2,50 Meter große Oktopus Apolonia seinen Platz in kürzester Zeit am Kanal gefunden. „Es war richtig erfrischend, eine Skulptur von der Idee bis zur Realisierung in nur drei Monaten umzusetzen“, sagt Mazur lächelnd, der sein Atelier an der Grenzstraße hat.
 
Meerestiere sind ein Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. Zudem ist die Familie Mazur dem Tauchsport und speziell der TSA seit fast vier Jahrzehnten verbunden. Mazur, der sich schon als Kind besonders für Wale begeisterte und dessen Interesse an der Meeresbiologie ihn als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes 1999 für ein Jahr zur Forschung an Schwertwalen ins kanadische Vancouver führte, hat unter anderem die Vormodelle für die Halle „Riesen der Meere“ des Ozeaneums Stralsund angefertigt.
 

Und so brauchte Klaus Pamp vom TSA-Vorstand nicht allzu viel Überredungskunst, eigens für die Taucher eine Skulptur zu schaffen. Diesmal einen Oktopus.
 
„Jeder der acht Buchstaben im Namen Apolonia steht für einen Arm des Kraken“, sagt Mazur, der statt in Meeresbiologie dann doch in Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Bildhauerei und Grafik an der Essener Folkwang Universität der Künste seinen Abschluss machte. „Polly“ passe gut zur TSA, denn sie symbolisiere Bewegung, Leichtigkeit und Vielseitigkeit des Tauchsports. Und sie passe gut in das Jahr 2018. Denn vom 14. bis 18. November findet – mit der TSA als Gastgeberin – in Oberhausen die 1. Junioren-Weltmeisterschaft im Unterwasser-Rugby statt. So wird „Polly“ vielleicht auch zum Maskottchen der ersten WM in Oberhausen.
 
Die Tauchsportler finanzieren den Erwerb von „Polly“ mit Hilfe von Spenden. Der Krake bekommt übrigens „Nachwuchs“: Kunstfreunde können vom Künstler signierte, handtellergroße Apolonia-Miniaturen erstehen. TSA-Ausbildungsleiter Klaus Pamp vermittelt den Kontakt zum Künstler (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
 

 
Foto: Der Oberhausener Künstler Jörg Mazur mit großer und kleiner Apolonia vor dem TSA-Vereinsheim. (Foto: TSA)